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Wenn Grammatik Applaus verdient

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Fotos: Melanie Schlegel

Pädagogik für Eltern: Der Kurs „Sprache ist mehr als Deutsch“ im Rahmen der Reihe „Monte konkret!“ fand am 10.01. statt.

Vierzehn strumpfsockige Eltern richten an diesem sonnig-eisigen Januarsamstag in der fußbodenheizungswarmen Aula der Montessori-Schule Lauf ihren Blick auf Alexandra Hirschmann. „Erleben Sie, wie Ihre Kinder hier arbeiten!“, eröffnet die Referentin den ersten Kurs im Rahmen der Eltern-Pädagogik-Reihe „Monte konkret! – Sprache ist mehr als Deutsch“. Die Studienrätin, die auch Teil der Schulleitung ist, gewinnt ihre Zuhörerinnen und Zuhörer gleich zu Beginn. Mit einem humorvollen Text von Eike Christian Hirsch über die Feinheiten der deutschen Sprache stimmt sie auf den Tag ein und setzt damit ein Versprechen, das sich im weiteren Verlauf erfüllt.

 

Der Kurs richtet sich an Eltern, die ihre Kinder im Montessori-Alltag begleiten und verstehen möchten, was hinter den Berichten aus dem Schulalltag steht. Die Schule bietet diese Seminare an, um ein gemeinsames pädagogisches Fundament zu schaffen. Sprache, Mathematik und Kosmische Erziehung bilden die tragenden Säulen der Montessori-Pädagogik; entsprechende Einführungsworkshops sind in den ersten Schuljahren verbindlich vorgesehen.

Hirschmann stellt das sogenannte „Monte-Material“ zum Thema Sprache vor: die metallenen Einsätze, die Sandpapierbuchstaben, das bewegliche Alphabet, die Anlautkarten, ein großzügiges Buchangebot für die Freiarbeit – ausdrücklich auch Comics –, die Wortartenanalyse, die Arbeit mit Satzzeichen sowie den bayerischen Lehrplan für die Grundschule in seiner Fassung von 1981 und den LehrplanPLUS von 2011.

Im Anschluss schlüpfen alle Beteiligten in ihre jeweiligen Rollen: Die Eltern arbeiten als Lernende, Alexandra Hirschmann begleitet sie als Pädagogin. Es folgt eine Phase stiller Einzelarbeit, so benannt wie im Unterricht. Der Arbeitsplatz wird frei gewählt – am Boden, im Stehen, im Nebenraum. Die Konzentration im Raum entsteht ohne Aufforderung. Wichtig ist der Pädagogin dabei, wie sich die Eltern fühlen. „Hören Sie in sich hinein!“, fordert sie auf. „Finden Sie es anstrengend? Was bewegt Sie bei der Arbeit hier?“ Zur Auswahl stehen bei der Freiarbeit unter anderem ein Laufdiktat, bei dem ein Text in einiger Entfernung ausliegt und abschnittsweise memoriert wird, Handlettering in Anlehnung an kalligrafische Techniken sowie Lesearbeiten mit den Eberharter-Büchern und vieles mehr. Im Anschluss werden die Erfahrungen gemeinsam reflektiert.

Die zweite Hälfte des Kurses beginnt mit einem Höhepunkt. Mit dem Wortartenmärchen verwandelt Hirschmann Grammatik in ein Erlebnis: Prinz und Prinzessin Nomen treten auf, ihre Kinder, die Artikel, dazu Professor Adjektiv, Tante Numerale und weitere Figuren. Als das Märchen endet, brandet Applaus auf. Erwähnt werden weitere Geschichten – vom „Dorf der Pronomen“ oder der „Ankunft der Verb-Ufos“ –, für die an diesem Tag jedoch die Zeit leider nicht mehr reicht.

Wie schon der Auftakt hält auch der Schluss einen Knüller bereit: Ein Song der Wise Guys bildet den Ausklang und spannt den Bogen zurück zum Beginn. Das Versprechen des Morgens ist am Ende eingelöst – und macht Lust auf die folgenden Kurse der Reihe Monte konkret!. Ende Januar steht die Kosmische Erziehung auf dem Programm, im Februar folgt Mathematik.