Am Mi., 11. März begleitete ein Team der Medienwerkstatt Franken die Kooperation “Berührungspunkte” zwischen dem Montessori Kinderhaus und der Förderstätte des Wichernhauses.
Ein besonderer Besuch in Altdorf
Wer gestern Vormittag durch die Innenstadt von Altdorf spazierte, konnte eine ungewöhnliche Szene erleben: Eine Gruppe von Kindern und ein Fernsehteam mit Kamera sorgten für Aufsehen. Der Grund für den medialen Besuch war die besondere Kooperation „Berührungspunkte“ zwischen der Förderstätte des Wichernhauses und dem Montessori Kinderhaus.
Ein Jahr Inklusion im Alltag
Seit anderthalb Jahren arbeiten das Wichernhaus und das Montessori Kinderhaus eng zusammen, um Inklusion auf natürliche Weise in den Alltag der Kinder zu integrieren. Regelmäßige Besuche und gemeinsame Aktivitäten sind Teil dieser Kooperation. Das Ziel ist es, den Kindern frühzeitig das Thema körperliche und geistige Einschränkungen näherzubringen, damit Berührungsängste abgebaut und „Berührungspunkte“ geschaffen werden.
Inklusion in Altdorf: Ein sinnvoller Ansatz
Altdorf ist besonders geeignet für diesen Ansatz. Die Stadt ist bekannt für ihre zahlreichen Einrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Die Altdorfer*innen begegnen im Alltag oft Menschen im Rollstuhl oder mit anderen Hilfsmitteln. Ein respektvoller und kompetenter Umgang mit diesen Menschen, der von klein auf gelebt wird, macht das Zusammenleben für alle leichter und angenehmer.
Unterstützung durch die Lernwirkstatt Inklusion
Die Kooperation „Berührungspunkte“ wurde nicht nur von den beteiligten Einrichtungen, sondern auch von derLernwirkstatt Inklusion aus Feucht finanziell unterstützt. Mit 500 € aus einem Fördermittel-Fonds “Bildungsgerechitigkeit” wurden die gemeinsamen Projekte gefördert. Als besonderes Highlight begleitet die Medienwerkstatt Franken drei der ausgezeichneten Projekte filmisch, um die Eindrücke und Erlebnisse dokumentarisch festzuhalten – darunter auch die Kooperation Berührungspunkte.
Der Rollstuhlparcours als Erlebnis
Am 11. März war es endlich soweit: Das Filmteam begleitete das Kinderhaus-Team, bestehend aus Louisa Wedel (Leitung Kinderhaus) und Mariethérèse Haberstumpf (Öffentlichkeitsarbeit), sowie 11 Maxi-Kindern auf ihrem Weg zur Förderstätte. Vor Ort begrüßten Marisa Opel (Leitung Förderstätte) und vier Beschäftigten der Förderstätte das Team. Ein Rollstuhlparcours stand auf dem Programm – eine Gelegenheit für die Kinder, selbst zu erfahren, wie es sich anfühlt, im Rollstuhl unterwegs zu sein.
„Oft machen die Kinder intuitiv alles richtig“, erklärte Marisa Opel zu Beginn. Nach einer Einführung durch Rollstuhlfahrer Marco, durfte jedes Kind eine kurze Testfahrt im Rollstuhl machen. Louisa Wedel, die das Ganze beobachtete, zeigte sich beeindruckt: „Ich bin stolz darauf, zu sehen, wie offen unsere Maxi-Kinder mit dieser Situation umgehen.“
Der Parcours: Von der ersten Fahrt bis zur Trophäe
Mit Helm ausgestattet, begann Kinderhauskind Frederik als Erster seine Fahrt durch den Parcours und zeigte dabei ein gutes Gespür für Lenkung und Handhabung des Rollstuhls. Neben allen weiteren Kinderhauskindern, wagetn auch Fabian und Joshua aus dem Wichernhaus sich durch den Parcours und entwickelten jeweils ihre eigene Strategie. André Batista Maia filmte die gesamte Aktion und hielt die bewegenden Momente fest.
Am Ende des Parcours erhielten die Maxi-Kinder eine Urkunde und eine kleine Trophäe, die sie stolz entgegennahmen. Danach ging es zurück ins Kinderhaus, während das Filmteam noch Interviews mit den Beschäftigten der Förderstätte führte.
Ein Blick hinter die Kulissen der Kooperation
Zum Abschluss des Drehtages wurde im Kinderhaus ein Interview mit Louisa Wedel und Marisa Opel geführt. Auf die Frage, wie das Projekt „Berührungspunkte“ entstanden sei, erklärte Marisa Opel: „Es begann mit einer privaten Verbindung. Wir wollten ausprobieren, wie gut die Kooperation funktioniert. Schnell war uns klar, dass dieses Projekt eine Konstante im Alltag unserer Einrichtungen werden muss.“ Louisa Wedel fügte hinzu: „Es war uns von Anfang an wichtig, die Kinder aktiv und frühzeitig mit diesem Thema zu konfrontieren.“
Ausstrahlung des Films
Der Film über die ausgezeichneten Projekte der Lernwirkstatt Inklusion wird voraussichtlich Ende Mai auf Frankenfernsehen ausgestrahlt. Auch auf dem YouTube-Kanal und in der Mediengalerie der Medienwerkstatt Franken wird der Film zu sehen sein.




