Am Donnerstag, den 12. Februar, fand der Informationsabend zum Thema „Soziale Medien“ im Rahmen der Kursreihe „Monte konkret!“ an der Grund- und Mittelschule statt.
Knapp 30 Eltern waren gekommen, um einen tieferen Einblick in die komplexe Welt der sozialen Medien und Plattformen wie YouTube, Instagram oder TikTok zu erhalten. Matthias Paech, Fachlehrer für Technik und Informatik, bietet jedes Jahr diesen Informationsabend an, um Eltern und Interessierten die Chancen und Risiken der digitalen Welt näherzubringen.
Die digitale Welt im Alltag
„Soziale Netzwerke sind aufgrund von Home Office und der zunehmenden digitalen Kommunikation aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken“, erklärte Paech zu Beginn. Während die Möglichkeiten der digitalen Vernetzung unbestreitbare Vorteile bringen, birgt die Nutzung sozialer Medien auch zahlreiche Gefahren. Der Abend hatte das Ziel, über diese Risiken aufzuklären und gleichzeitig klarzustellen, dass bei verantwortungsvollem Umgang auch Chancen in der Nutzung dieser Plattformen bestehen.
Doomscrolling und andere Phänomene
Mit vielen Fachbegriffen und anschaulichen Beispielen aus dem Alltag, wie etwa „Challenges“, „Shock Value“ oder „Doomscrolling“, machte Paech die komplexen Themen verständlich. Er erklärte, dass der Begriff Doomscrolling das unaufhörliche, oft zwanghafte Durchscrollen von negativen Nachrichten oder schockierenden Inhalten beschreibt. Dieser Begriff ist in den letzten Jahren populär geworden, da immer mehr Menschen, besonders Jugendliche, Zeit in den sozialen Medien verbringen und sich von negativen oder alarmierenden Nachrichten einfangen lassen. Das ständige Konsumieren von schlechten Nachrichten kann langfristig das Wohlbefinden beeinträchtigen und zu Ängsten oder einem verzerrten Weltbild führen. Paech warnte vor den psychischen Folgen dieser Gewohnheit und betonte die Bedeutung von Medienkompetenz, um sich aus diesem Kreislauf zu befreien.
Gefahren durch Social-Media-Trends
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Gefahren der sozialen Netzwerke war die Vorstellung von tragischen Todesfällen, die mit sogenannten Challenges im Netz in Verbindung standen. Paech berichtete von den Vorfällen zweier Jugendlicher, die aufgrund gefährlicher Herausforderungen aus sozialen Medien ihr Leben verloren. Diese „Challenges“ – bei denen Teilnehmer oft risikoreiche oder selbstverletzende Handlungen durchführen – sind besonders gefährlich, da sie oft durch das Streben nach Anerkennung und Klickzahlen verstärkt werden. Auch wenn viele dieser Trends wie harmlose Internetphänomene erscheinen, können sie fatale Folgen haben.
Chancen der digitalen Vernetzung
Neben den Risiken zeigte Paech jedoch auch die Chancen der digitalen Vernetzung auf. So können soziale Medien eine wertvolle Plattform für kreativen Austausch, Bildung und sogar für den beruflichen Aufstieg bieten. Besonders in Zeiten der Pandemie haben digitale Kommunikationskanäle eine unverzichtbare Rolle in der Weiterbildung und im Home Office gespielt. Paech hob hervor, dass bei einem bewussten und reflektierten Umgang mit digitalen Medien viele Vorteile genutzt werden können.
Eltern als Schlüsselakteure
Am Ende des Abends wurde klar, dass die Verantwortung für die Sicherheit im Netz vor allem bei den Eltern liegt. Paech betonte, dass es keine pauschale Lösung für den sicheren Umgang mit Smartphones, Tablets und sozialen Medien gebe. Vielmehr müssten Eltern den Dialog mit ihren Kindern suchen und klare Regeln für die Nutzung der digitalen Geräte aufstellen. Dabei sei es wichtig, nicht nur über die Gefahren aufzuklären, sondern auch die positiven Seiten der digitalen Welt zu vermitteln. „Transparenz ist die Lösung für Erfolg“, so Paech. Durch offene Gespräche und eine vertrauensvolle Beziehung können Eltern dazu beitragen, dass ihre Kinder die digitale Welt sicher und verantwortungsvoll nutzen.

