Eine Vision, vier Treffen und ein großes Ziel

Gewürdigte Anerkennung für das Projekt „Berührungspunkte“ des Monte Kinderhauses und des Wichernhauses in Altdorf.

Am Anfang stand eine Vision: Kinder und Menschen mit körperlichen Einschränkungen einander näherzubringen. Eine Idee, die aus einem privaten Gespräch zwischen Kinderhausleitung Louisa Wedel und Wichernhaus-Förderstätten-Leiterin Marisa Opel entstand – und kurzerhand in die Tat umgesetzt wurde.

Unter dem Namen „Berührungspunkte“ schufen Kinderhaus und Förderstätte Begegnungen, die nachhaltige Wirkung zeigten. Bei vier gemeinsamen Treffen lernten sich die zwölf Maxi-Kinder und die Beschäftigten der Förderstätte kennen, bastelten, aßen und musizierten miteinander. Ein besonderes Highlight war für alle der Rollstuhlparcours mit Verkehrszeichen-Bingo.

Alle Termine mit ausführlicher Erläuterung lassen sich hier nachlesen.

Das Ziel dieser Begegnungen war klar: Berührungsängste abbauen! Da das Wichernhaus in Altdorf ansässig ist, spielt das Thema Inklusion in der Stadt eine besonders wichtige Rolle. Täglich begegnen die Kinder des Montessori Kinderhauses Menschen im Rollstuhl oder mit anderen körperlichen Einschränkungen – ein guter Grund, sie früh und sensibel an das Thema „Handicap“ heranzuführen und Berührungsängste gar nicht erst entstehen zu lassen.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf bewarben sich die Projektverantwortlichen bei der Lernwirkstatt Inklusion, die im Rahmen des „Projekt E&E“ Fördergelder ausgeschrieben hatte – und waren erfolgreich. Das Projekt „Berührungspunkte“ erhielt 520 Euro Förderprämie und wird auch in diesem Jahr weitergeführt. Ein großer Erfolg und zugleich ein starkes Zeichen für die Bedeutung des Projekts.

Am Freitag, den 26. September, lud die Lernwirkstatt alle Preisträger*innen des „Projekts E&E“ nach Feucht ein. Auch Landrat und Jurymitglied Armin Kroder war anwesend. Feierlich durften die Ausgezeichneten ihre bemerkenswerten Projekte vorstellen – von Lerninseln für benachteiligte Schulkinder über Gebärdensprachprogramme in Kitas bis hin zu Elterncafés für geflüchtete Familien. Die Bandbreite war groß, die Wirkung noch größer.

Auch Louisa Wedel und Marisa Opel präsentierten „Berührungspunkte“ dem Plenum.

„Besonders schön ist zu sehen, dass die Kinder auch nach Beendigung des Projekts noch freudig auf uns zu kommen, wenn man sich zufällig in der Stadt trifft. Berührungsängste gibt es hier keine mehr!“, erklärt Opel.

Louisa Wedel ergänzt: „Wir haben noch viel vor. So möchten wir die Begegnungen der Kinder und Rollstuhlfahrer*innen noch alltagsgetreuer gestalten und den Blick zur Hilfsbereitschaft weiter fördern. Dies möchten wir zum Beispiel mit einem gemeinsamen Einkauf oder dem Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.“

Gerald Klenk, Vorstand der Lernwirkstatt, dankte den Projektbeteiligten und hob noch einmal hervor, weshalb „Berührungspunkte“ den Zuschlag erhielt:

„Ihr habt reale Begegnungen geschaffen, und nur mit echten Begegnungen können Vorurteile oder Ängste abgeschafft werden!“