Montessori Kinderhaus und Tafeln setzen auch 2025 ein starkes Zeichen

Die jährliche Spendenaktion des Montessori-Kinderhauses ist längst fester Bestandteil des sozialen Lebens in Altdorf.

Auch in diesem Jahr packten Kinder, Eltern und das Team wieder zahlreiche Kisten mit haltbaren Lebensmitteln, Spielsachen und Kleidung für die Altdorfer Tafeln.

„Die Aktion zeigt unseren Kindern, was Mitgefühl bedeutet“, sagt Natalie Burkhard aus dem Elternbeirat, die die Spendenaktion organisiert. „Sie packen nicht einfach Kisten – sie erleben, dass ihre Hilfe anderen Kindern ganz konkret Freude macht.“

Bei den Altdorfer Tafeln kommen die Spenden genau dort an, wo sie dringend gebraucht werden. „Haltbare Waren wie H-Milch, Kaffee, Nudeln, Konserven oder Honig sind für uns besonders wertvoll“, erklärt Sabine Fiedler, die die Tafeln gemeinsam mit Roswitha „Rosi“ Wild seit vielen Jahren leitet. Rund 50 Kundinnen und Kunden werden samstags versorgt, etwa 40 dienstags – rund ein Drittel davon Kinder. „Wir können froh sein, dass in Altdorf an uns gedacht wird.“

Weniger Überschuss, steigender Bedarf

Durch optimierte Warenwirtschaftssysteme im Einzelhandel erreichen inzwischen deutlich weniger überschüssige Lebensmittel die Tafeln. „Die Paletten aus den Läden gibt es kaum noch“, sagt Fiedler. „Für die Umwelt ist das gut – für uns bedeutet es weniger Ware.“ Zugleich betont sie: „Die Tafeln sind keine Vollversorger. Wir retten Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden.“

Der Alltag der Ehrenamtlichen ist dadurch anspruchsvoller geworden. Erst kürzlich musste ein zusätzlicher Kühl­schrank für Kuchen und Sandwiches angeschafft werden, da der vorhandene Platz nicht mehr ausreichte. „Wir wissen genau, wer was braucht“, sagt Fiedler. Dieses feine Gespür für die Familien haben sie und Rosi Wild sich über viele Jahre erarbeitet. Dass Altdorf mittlerweile als Vorbild gilt, überrascht sie nicht: „Andere Tafeln schauen auf uns – und darauf sind wir schon ein bisschen stolz.“ Ihr Motto bleibt auch 2025 unverändert: „Bei uns gibt es keine Herausforderungen, nur Lösungen.“

Besonders bewegend sind die vielen kleinen Begegnungen aus dem Tafel-Alltag: das Kind, das vor Freude hüpfte, weil eine gespendete Mütze perfekt zu Schal und Handschuhen passte. Oder die hochschwangere Frau, die kurzfristig dringend Babyausstattung benötigte – und diese dank einer spontanen WhatsApp-Aktion innerhalb weniger Stunden erhielt.

Montessori-Kinderhaus präsent auf dem Weihnachtsmarkt

Neben der Spendenaktion engagiert sich das Montessori-Kinderhaus auch 2025 wieder auf dem Altdorfer Weihnachtsmarkt – diesmal an allen drei Adventswochenenden. Eltern betreiben eine liebevoll gestaltete Bude mit einem vielfältigen Angebot: Plätzchen, Lebkuchen, Hotdogs, Glühwein und Kinderpunsch. Besonders beliebt sind die Mitmachaktionen für Kinder – eine Fotoleinwand sowie bemalte Dosen für das Dosenwerfen, die die Kinder im Kinderhaus selbst gestaltet haben. An einem der Termine sorgte sogar ein DJ für zusätzliche Stimmung. Auch das stimmungsvolle Stockbrotbacken gehört wieder fest zum Programm.

„Unsere Bude ist ein Ort, an dem Familien zusammenkommen“, sagen Julia Brix und Joanne Heider-Magaud, die die Teilnahme am Weihnachtsmarkt gemeinsam mit vielen Eltern ermöglichen. „Alles wird mit viel Herz vorbereitet – und der Erlös fließt direkt in unser Kinderhaus.“ Im vergangenen Jahr konnten davon unter anderem Sandspielzeug, Fußballtore, ein Karussell, ein Holzpferd und eine Indoor-Wippe angeschafft werden.

Die Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt empfinden die Beteiligten als große Bereicherung. „Sie zeigt, wie sehr wir in Altdorf zusammenhalten. Jede Gruppe trägt auf ihre Weise dazu bei, dass unsere Stadt warm und lebendig bleibt.“ Natalie Burkhard ergänzt mit Blick auf die Spendenaktion: „Teilen ist für uns ein Wert, der weit über die Adventszeit hinaus Bedeutung hat. Das erleben die Kinder jedes Jahr aufs Neue.“

Der Erlös des Marktstandes kommt vollständig dem Montessori-Kinderhaus zugute. Trotz schrumpfender Überschüsse, steigender Nachfrage und begrenzter räumlicher Möglichkeiten bleiben die Altdorfer Tafeln optimistisch. Das, was Altdorf seit Jahren auszeichnet, lebt weiter: im Kinderhaus, auf dem Weihnachtsmarkt und bei den Tafeln – ein Miteinander, das Solidarität, Nähe und gelebte Menschlichkeit sichtbar macht.

Spendenübergabe Kinder mit vielen Spielsachen vor Tür der Tafeln
Foto: Andreas Schlegel