Politikunterricht der besonderen Art beim „Tag der freien Schulen“ 2026

Wehrpflicht und Soziales Jahr für alle? Und: Was macht eigentlich ein Abgeordneter im Landtag? Am Dienstag, 24. Februar, erlebten die Schüler*innen der Oberstufe der Montessori Mittelschule sowie der FOS Politikunterricht der besonderen Art, denn mit Landrat Armin Kroder (Freie Wähler), MdL Norbert Dünkel (CSU) und MdL Felix Locke (Freie Wähler) hatten sich gleich drei Politiker anlässlich des „Tags der freien Schulen“ eingefunden, um den Jugendlichen Politik aus einer ganz neuen, greifbaren Perspektive näher zu bringen. Jeder der Politiker gestaltete dabei eine Schulstunde zu verschiedenen aktuellen Themen.

Bereits zum achten Mal jährt sich „Tag der freien Schulen“ (TdfS), so der Verband Bayerischer Privatschulen. Ziel der jährlich im Frühjahr stattfindenden Initiative ist es, Politik erlebbar zu machen, demokratische Prozesse zu erklären und junge Menschen zur aktiven Teilhabe zu ermutigen. Freie Schulen leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Bildungsvielfalt in Deutschland: Rund 10 Prozent aller Schüler*innen besuchen eine Schule in freier Trägerschaft. Der Aktionstag schafft seit vielen Jahren direkte Begegnungen zwischen Jugendlichen und politischen Entscheidungsträgern – ein wichtiger Baustein politischer Bildung.

Politik hautnah im Klassenzimmer

Für die 9., 10. und 11. Jahrgansstufen der Montessori Mittelschule sowie der FOS begann der Tag bereits um 8 Uhr mit einem besonderen Programmpunkt: Die Landtagsabgeordneten Felix Locke und Norbert Dünkel nahmen sich Zeit für eine Unterrichtseinheit mit der Oberstufe.

Felix Locke erläuterte anschaulich die Gewaltenteilung in Deutschland – Exekutive, Legislative und Judikative – und erklärte, wie diese im politischen Alltag ineinandergreifen. Norbert Dünkel berichtete praxisnah aus dem Alltag eines Abgeordneten im Bayerischen Landtag: von Ausschussarbeit bis hin zu Terminen im Stimmkreis. Begleitet wurde MdL Dünkel von David Fritsch, der seinen persönlichen Weg in die Politik schilderte. Sein Appell an die Jugendlichen: „Was ich euch gerne auf den (Berufs-)Weg geben möchte, ist: Macht das, worauf ihr Lust habt – nicht das, was Experten als Zukunftstrend voraussagen.“

In der abschließenden Fragerunde kamen Themen wie der Einfluss von KI auf politische Entscheidungsprozesse, Digitalisierung im Schulalltag sowie die Bedeutung und Funktion einer „Fraktion“ im Parlament auf – Fragen, die Norbert Dünkel beantwortete. Mit Felix Locke traten die Schüler*innen u.a. in eine rege Diskussion über Fragen der Geschlechtergerechtigkeit im Kontext der Wehrpflicht bzw. des Sozialen Jahres.

Einblick in die Kommunalpolitik

Im Anschluss besuchte Landrat Armin Kroder die 11. Klassen der Montessori FOS. Zu Beginn stellte er zentrale Fragen: „Was macht das Landratsamt eigentlich alles? Welche Funktionen hat es und welche organisatorischen Abläufe des öffentlichen Lebens laufen hier zusammen?“ Anhand konkreter Beispiele erklärte Kroder die vielfältigen Aufgaben des Landratsamts Nürnberger Land. Dazu zählen unter anderem:

•          das Jugendamt als größte Abteilung,

•          die Abfallwirtschaft,

•          die Fahrerlaubnisbehörde,

•          Bau- und Umweltverwaltung,

•          Katastrophenschutz und öffentliche Sicherheit.

Gerade im Hinblick auf die aktuellen Kommunalwahlen nutzten viele Schüler*innen die Gelegenheit, vertiefende Fragen zu stellen. Landrat Kroder nahm sich auch nach der offiziellen Unterrichtseinheit Zeit für persönliche Gespräche und Diskussionen.

Austausch auf Augenhöhe

Zum Abschluss trafen sich die Gäste im Lehrerzimmer mit Veronika Steger (Mitarbeiterin der Geschäftsführung) und Jürgen Thoma (Schulleitung FOS) zu einem kurzen Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Schulalltag. Der „Tag der Freien Schulen“ zeigte erneut, dass politische Bildung in den Schulalltag gehört und wie wichtig es ist, dass Theorie und Praxis aufeinandertreffen. Die direkte Begegnung mit politischen Verantwortungsträgern ermöglichte den Jugendlichen nicht nur Einblicke in politische Strukturen, sondern auch persönliche Perspektiven auf Engagement, Verantwortung und demokratische Mitgestaltung.