Projektwoche an der Harnbachmühle

Vor Pfingsten verbrachten alle drei Klassen der Mittelstufe ihre Projektwoche an der Harnbachmühle im Pegnitztal. Begleitet wurden sie dabei von zwei Erlebnispädagog*innen, die vor Ort Materialien, Werkzeuge und ihre Erfahrung zur Verfügung stellten und die Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen unterstützten.

Bereits im Vorfeld waren die Schüler*innen aufgefordert, sich entsprechend ihrer Interessen in verschiedene Angebotsgruppen einzuteilen und eigenständig zu überlegen, was sie während der vier Tage gestalten und umsetzen möchten. Zur Auswahl standen eine Kreativ-, Kunst-, Sport-, Koch-, Handwerks-, Spiel- sowie eine Film- und Fotogruppe. Planung, Organisation und Durchführung lagen dabei bewusst in den Händen der Jugendlichen.

Gerade in der Sekundarstufe ist die Montessori-Pädagogik von dem Vertrauen geprägt, dass junge Menschen Verantwortung für ihr eigenes Lernen und Handeln übernehmen können. Die Projektwoche bot hierfür einen idealen Rahmen: Die Schüler*innen erhielten Freiräume, um eigene Ideen zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen und Projekte selbstständig voranzubringen. Das Pädagog*innen-Team vor Ort begleitete diesen Prozess unterstützend, ohne ihn ständig zu steuern.

Breits am ersten Tag war besonders spannend zu beobachten, wie unterschiedlich die Jugendlichen mit dieser Freiheit umgingen. Einige starteten sofort mit konkreten Vorstellungen und klaren Plänen in die Arbeit. Andere konnten sich zunächst kaum auf die offene Situation einlassen und wussten noch nicht, womit sie beginnen sollten. Auch dies gehört zu einem wichtigen Lernprozess. Dabei nahmen sich die Pädagog*innen bewusst zurück und gaben den Schüler*innen die Zeit, diese anfängliche Orientierungslosigkeit auszuhalten. Oft entsteht gerade aus dieser „erfahrenen Langeweile“ der Raum für eigene Ideen, Kreativität und Eigeninitiative.

Für das leibliche Wohl sorgte mittags unter anderem Anna Schlierf gemeinsam mit einer Kochgruppe, die das Mittagessen für alle vorbereitete. Auch hier wurde Verantwortung übernommen und Gemeinschaft praktisch erlebt.

Die Projektwoche zeigt, wie wertvoll offene Lernräume sind: Wenn Jugendliche die Möglichkeit erhalten, selbst zu planen, zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen, wachsen sie an ihren Aufgaben – ganz im Sinne der Montessori-Pädagogik.